Was versteht man unter „negativem Slippage“ im Devisen- und CFD-Handel?
Ein negativer Slippage ist die ungünstige Differenz zwischen dem von einem Händler für eine Order gewünschten Kurs und dem Kurs, zu dem die Order tatsächlich ausgeführt wurde, was zu einem schlechteren Ein- oder Ausstiegspunkt als beabsichtigt führt. Er tritt auf, wenn sich die Marktkurse zwischen dem Zeitpunkt der Ordererteilung und dem Zeitpunkt der Ausführung schnell gegen den Händler bewegen. Der negative Slippage ist für konkrete Handelsentscheidungen von Bedeutung, da er die Kosten für Ausführung oder die Höhe eines Verlusts, was sich unmittelbar auf das Risikomanagement des Handels auswirkt. Ein Händler kann einen negativen Slippage feststellen, indem er den angeforderten Kurs mit dem ausgeführten Kurs im Handelsverlauf vergleicht – wobei der ausgeführte Kurs ungünstiger ist – und diesen als Differenz in Pips bemisst. Um weitere Handelsbegriffe kennenzulernen, besuchen Sie unsere vollständige Devisen-Glossar.
Wichtige Fakten zum Thema „Negatives Slippage“
- Ergebnis: Ein negativer Slippage führt für den Händler stets zu einem finanziellen Nachteil, sei es durch eine Erhöhung des Verlusts bei einem Stop-out oder durch eine Verringerung des Gewinn und Verlust in einem Eintrag.
- Auftragsart: Sie tritt am häufigsten bei Marktorders sowie Stop-Aufträge (Stop-Loss, Buy-Stop, Sell-Stop), bei denen die Ausführungsgeschwindigkeit Vorrang vor der Kursgarantie hat.
- Marktbedingungen: Dieses Phänomen tritt am häufigsten in Phasen hoher Volatilität auf, beispielsweise bei bedeutenden Nachrichtenereignissen oder zu Marktöffnungen und -schließungen mit geringer Liquidität.
- Berechnung: Negativer Slippage = Gewünschter Kurs – Ausführungs-Kurs (bei einer Kauforder, bei der der Ausführungs-Kurs > Gewünschter Kurs ist), was gemessen an der ungünstigen Differenz zu einem positiven Wert führt.
- Risiko: Es stellt die Hauptkomponente des Ausführungsrisikos bei Aufträgen ohne Limit dar und kann dazu führen, dass ein Stop-Loss weit über dem erwarteten Kurs ausgelöst wird.
- Typischer Wert: Die Höhe des negativen Slippage liegt in der Regel zwischen 0,5 Pips und 5,0 Pips bei wichtige Währungspaare bei extremer Volatilität, kann jedoch bei exotischen Währungspaaren oder großen Ordervolumina höher ausfallen.
So funktioniert der negative Slippage beim Devisen- und CFD-Handel
Ein negativer Slippage entsteht unmittelbar dadurch, dass die Marktpreisbewegung schneller verläuft als die Geschwindigkeit, mit der ein Auftrag bearbeitet und zum gewünschten Preis mit der verfügbaren Liquidität abgeglichen werden kann.
Der Prozess umfasst die folgenden aufeinanderfolgenden Schritte:
- Auftragserteilung: Ein Händler klickt, um einen Marktkaufauftrag zum Kurs P_req auszuführen, oder ein Stop-Loss wird bei P_req ausgelöst.
- Latenz-Effekt: Die Order wird an den Broker und dessen Liquiditätsanbieter (LP) übermittelt. Während dieser Übertragungszeit beginnt sich der Marktpreis stark nach oben zu bewegen, wodurch das gesamte verfügbare Volumen bei P_req aufgebraucht wird.
- Preisabweichung: Zu dem Zeitpunkt, zu dem der LP den Auftrag erhält, ist der beste verfügbare Preis für die Ausführung des Auftrags nun ein ungünstigerer Preis, P_fill, der über P_req liegt.
- Ausführung: Der NDD- oder ECN-Broker, der nach dem Grundsatz der „bestmöglichen Ausführung“ arbeitet, führt den Auftrag zum nächstverfügbaren Kurs P_fill aus, um sicherzustellen, dass der Auftrag unverzüglich ausgeführt wird.
- Ergebnis: Da P_fill > P_req ist, entsteht für den Händler ein negativer Slippage, was zu einem ungünstigeren Einstieg oder einem größeren Verlust als geplant führt.
Beispiel für einen negativen Slippage bei einem realen Handel
Dieses Beispiel veranschaulicht, wie sich ein negativer Slippage auf die Ausführung eines Markteinstiegs beim EUR/USD auswirkt.
Finanzinstrument: EUR/USD (Eröffnung einer Short-Position)
Positionsgröße: 1 Standardlot (100.000 Einheiten)
Pip-Wert: 10 $/Pip
Handelsparameter:
Gewünschter Einstiegskurs (Verkauf): 1,10250
Geplanter Stop-Loss: 25,0 Pips
Ausführungsszenario (volatiler Eintrag):
Ein Händler platziert einen Verkaufsauftrag bei 1,10250, doch der Kurs springt entgegen der Handelsrichtung nach oben.
Ausgeführter Einstiegskurs: 1,10275
Differenz (negativer Slippage): 1,10275 – 1,10250 = 0,00025 bzw. 2,5 Pips
Auswirkungsberechnung:
Erwarteter anfänglicher nicht realisierter Verlust: 0,0 Pips
Tatsächlicher anfänglicher nicht realisierter Verlust (aufgrund von Slippage): 2,5 Pips × 10 $ = 25,00 $
Der Trade beginnt 2,5 Pips weiter entfernt vom Break-even-Punkt.
Ergebnis: Der negative Slippage führte bei der Ausführung zu sofortigen, nicht im Budget vorgesehenen Kosten in Höhe von 25,00 $.
Wie sich ein negativer Slippage auf Ihre Kosten und Ihr Risiko auswirkt
Ein negativer Slippage erhöht die effektiven Kosten eines Handelsgeschäfts, indem er den Ausführungskurs verschlechtert, und erhöht das Risiko erheblich, insbesondere bei Handelsgeschäften, die auf eng gesetzte Stop-Loss-Limits angewiesen sind.
Negativer Slippage im Vergleich zu verwandten Konzepten
Negativer Slippage vs. größerer Spread
Ein negativer Slippage ist eine einmalige Abweichung bei der Ausführung, die durch Marktbewegungen verursacht wird und zum Zeitpunkt der Ausführung auftritt, während ein breiterer Spread eine statische Vergrößerung der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs darstellt, die bereits vor der Ausführung bekannt ist und eine feste Kostenkomponente darstellt.
Negativer Slippage im Vergleich zum garantierten Stop-Loss
Negativer Slippage ist ein Risiko, das mit regulären Stop-Loss-Aufträgen verbunden ist, insbesondere bei Kurslücken, während ein garantierter Stop-Loss den negativen Slippage vollständig ausschließt, indem er den gewünschten Ausstiegskurs garantiert – häufig gegen Zahlung einer Vorabprämie oder bei einem größeren Spread.
Branchenweite Unterschiede bei Brokern hinsichtlich negativer Slippage
Das Risiko eines negativen Slippage variiert erheblich je nachdem, ob der Broker bei der Handelsausführung als Vermittler oder als Eigenhändler auftritt.
So überprüfen Sie negatives Slippage auf Ihrer Handelsplattform
Um ein Beispiel für einen negativen Slippage mithilfe Ihrer Handelsplattform mechanisch zu überprüfen, befolgen Sie bitte die folgenden Schritte:
- TradeWatch öffnen: Öffnen Sie Ihre Handelsplattform und vergewissern Sie sich, dass Sie sich im Handelsüberwachungsfenster befinden.
- Auftrag ausführen: In Zeiten hoher Marktvolatilität sollten Sie einen Marktauftrag ausführen (z. B. Kauf von EUR/USD) oder einen Stop-Loss auslösen.
- Wechseln Sie zum Bereich „Verlauf“: Sobald die Order ausgeführt wurde, wechseln Sie im Handelsüberwachungsfenster zum Bereich „Verlauf“.
- Handelsdetails anzeigen: Suchen Sie den ausgeführten Handel und klicken Sie darauf, um die Registerkarte „Details“ anzuzeigen.
- Preise vergleichen: Vergleichen Sie das Feld „Preis“, in dem der ausgeführte Preis angezeigt wird, mit dem im Feld „Gewünschter Preis“ eingetragenen Preis (bzw. dem zum Zeitpunkt des Klicks angezeigten Preis).
- Negative Slippage erkennen: Bei einer Kauforder gilt: Ist der Ausführungspreis größer als der angeforderte Preis, so stellt die ungünstige Differenz eine negative Slippage dar.
- Pips messen: Messen Sie die Differenz in Pips und notieren Sie die sich daraus ergebende Veränderung des anfänglichen PnL des Handels.
- Plausibilitätsprüfung: Der auf der Registerkarte „Verlauf“ angezeigte Ausführungskurs einer Marktorder sollte deutlich ungünstiger sein (höher bei einem Kauf, niedriger bei einem Verkauf) als der Kurs, der beim Anklicken im Chart angezeigt wurde.
Zugehörige Tools
Nutzen Sie diese Rechner, um das Gelernte anzuwenden:
- Pip-Wert-Rechner
Berechnen Sie den Pip-Wert für ein beliebiges Währungspaar
- Rechner zur Positionsgröße
Wählen Sie die richtige Positionsgröße
- Drawdown-Rechner
Behalten Sie Ihr Risiko im Blick
- Kosten vergleichen
Vergleichen Sie die Handelskosten mit denen Ihres derzeitigen Brokers
- Live-Spreads
Die im Live-Handel mit institutionellen Spreads erzielten Ergebnisse bestätigten die weltweit niedrigsten Gesamtkosten
Kein Kleingedrucktes. Bessere Handelsbedingungen.
Auf Transparenz aufgebaut. Niedrigste Gesamt-Handelskosten.
Leistung, die sich messen lässt. Gewinne, an denen Sie teilhaben.