CFDs sind komplexe Finanzinstrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Anleger sollten vor einer Investition prüfen, ob sie die Funktionsweise von CFDs verstehen. Verluste können die Einlagen übersteigen.
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Sharpe-Ratio

Was ist die Sharpe-Ratio im Devisen- und CFD-Handel?

Die Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl zur Berechnung der risikobereinigten Rendite einer Handelsstrategie, eines Algorithmus oder eines Portfolios. Sie gibt die pro Risikoeinheit erzielte Überrendite an, wobei das Risiko als Standardabweichung der Renditen definiert ist. Die Sharpe-Ratio ist für konkrete Handelsentscheidungen von Bedeutung, da sie es einem Händler ermöglicht, die Performance verschiedener Strategien objektiv zu vergleichen und dabei Strategien mit höheren Renditen bei geringerer Volatilität den Vorzug zu geben, was auf eine überlegene Kapitaleffizienz und Stabilität hindeutet. Ein Händler ermittelt die Sharpe-Ratio mithilfe der Analysewerkzeuge innerhalb von Handelsplattformen wie dem MT4/MT5-Strategietester oder eigener Performance-Software, wobei die Kennzahl auf der Grundlage vollständiger historischer Daten zu Handelsrenditen und eines festgelegten risikofreien Zinssatzes berechnet wird. Weitere Handelsbegriffe finden Sie in unserem vollständigen Devisen-Glossar.

Wichtige Fakten zur Sharpe-Ratio

  • Definition: Überschussrendite des Portfolios (Rendite abzüglich des risikofreien Zinssatzes) pro Einheit des Gesamtrisikos (Standardabweichung).
  • Formel: Die annualisierte Sharpe-Ratio lautet: SR = (R̄p – Rf) / σp.
  • Erforderliche Eingaben: Durchschnittliche Portfoliorendite (R̄p), risikofreier Zinssatz (Rf) und Standardabweichung der Portfoliorenditen (σp).
  • Auslegung: Eine Sharpe-Ratio von über 1,0 gilt allgemein als gut und deutet darauf hin, dass die Rendite den risikofreien Zinssatz um mehr als das eingegangene Risiko übersteigt.
  • Guter Schwellenwert: Ein Wert von 2,0 oder höher gilt als sehr gut, während ein Wert unter 1,0 darauf hindeutet, dass die Renditen der Strategie deren Volatilität nicht angemessen kompensieren.
  • Risikokennzahl: Die Standardabweichung der Renditen (σp) misst die Gesamtvolatilität, einschließlich sowohl der Aufwärts- als auch der Abwärtsschwankungen der Wertentwicklungskurve.
  • Annualisierungsfaktor: Die berechnete Kennzahl wird in der Regel annualisiert, indem die monatliche oder tägliche Kennzahl mit der Quadratwurzel der Anzahl der Perioden in einem Jahr multipliziert wird (z. B. √12 bei monatlichen Daten).

So funktioniert die Sharpe-Ratio im Devisen- und CFD-Handel

Die Sharpe-Ratio standardisiert die Messung der Renditen einer Strategie, indem die Rendite einer risikofreien Anlage abgezogen und die daraus resultierende Mehrrendite anschließend durch die historische Volatilität der Strategie dividiert wird. Auf diese Weise werden verschiedene Strategien für einen Vergleich auf eine gemeinsame Basis gestellt.

Die Berechnung erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Berechnung der durchschnittlichen Strategierendite (R̄p): Ermitteln Sie die durchschnittliche periodische Rendite (z. B. täglich oder monatlich) der Handelsstrategie über den gewählten Beobachtungszeitraum.
  2. Ermitteln Sie den risikofreien Zinssatz (Rf): Ermitteln Sie die Rendite eines nominell risikofreien Anlageinstruments, wie beispielsweise die Rendite kurzfristiger US-Schatzwechsel, die dem Analysezeitraum entspricht.
  3. Berechnung der Standardabweichung (σp): Berechnen Sie die Standardabweichung der periodischen Renditen der Strategie, die die Volatilität bzw. das Gesamtrisiko widerspiegelt.
  4. Berechnung der periodischen Sharpe-Ratio: Wenden Sie die Kernformel an, um das Periodenverhältnis zu ermitteln: SRPeriodisch = (R̄p – Rf) / σp
  5. Annualisierung der Kennzahl: Multiplizieren Sie das Periodenverhältnis mit der Quadratwurzel der Anzahl der Perioden pro Jahr (k): SRJährlich = SRPeriodisch × √k

Bei Tagesdaten beträgt k ≈ 252 (Handelstage); bei Monatsdaten beträgt k = 12. Die sich daraus ergebende Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl, die die Wertentwicklung im Verhältnis zum Risiko quantifiziert.

Beispiel für die Sharpe-Ratio anhand eines realen Handelsgeschäfts

In diesem Beispiel werden zwei hypothetische Handelssysteme über einen Zeitraum von einem Jahr miteinander verglichen, um zu veranschaulichen, wie die Sharpe-Ratio die überlegene risikobereinigte Strategie ermittelt – selbst bei geringeren Bruttorenditen.

Berechnung der Sharpe-Ratio (annualisiert):

Strategie A: SRA = (0,30 – 0,04) / 0,15 = 0,26 / 0,15 ≈ 1,73

Strategie B: SRB = (0,20 – 0,04) / 0,05 = 0,16 / 0,05 = 3,20

Ergebnis: Strategie B (SR = 3,20) ist Strategie A (SR = 1,73) überlegen. Zwar erzielte Strategie A eine höhere absolute Rendite, doch erwirtschaftete Strategie B deutlich mehr Rendite pro Volatilitätseinheit, was sie zur bevorzugten risikobereinigten Anlage macht.

Wie sich die Sharpe-Ratio auf Ihre Kosten und Ihr Risiko auswirkt

Die Sharpe-Ratio ist ein Maß für die Wertentwicklung eines Handelssystems, doch die Faktoren, die die Kosten und das Risiko eines Händlers beeinflussen –Provisionen, Schlupf, sowie die Volatilität – fließen in die Berechnung ein.

Die Sharpe-Ratio im Vergleich zu verwandten Konzepten

Sharpe-Ratio im Vergleich zur Sortino-Ratio

Die Sharpe-Ratio verwendet die Standardabweichung aller Renditen (sowohl positiver als auch negativer) als Risikomaß und behandelt dabei alle Schwankungen gleich. Die Sortino-Ratio ist eine Abwandlung, die ausschließlich die Abwärtsabweichung heranzieht und die Überrendite nur im Verhältnis zur „negativen“ Volatilität, also den Verlusten, misst. Für Händler deutet eine hohe Sharpe-Ratio auf Beständigkeit hin, während eine hohe Sortino-Ratio einen besseren Schutz vor starken Kursrückgängen signalisiert.

Sharpe-Ratio im Vergleich zum Drawdown

Die Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl, die die risikobereinigte Rendite über einen gesamten Zeitraum angibt, wobei die Volatilität (Standardabweichung) als Risikokennzahl herangezogen wird. Der Drawdown (insbesondere Maximaler Drawdown, oder MDD) ist eine eigenständige, diskrete Kennzahl für den größten Rückgang vom Höchst- zum Tiefststand während des Betrachtungszeitraums und stellt den historisch schlimmsten Kapitalverlust dar. Zwar korreliert eine hohe Sharpe-Ratio in der Regel mit einem niedrigen Drawdown, doch messen sie unterschiedliche Risikoarten: Volatilität gegenüber katastrophalen Verlusten.

Unterschiede bei der Sharpe-Ratio zwischen den Brokern branchenweit

Die Unterschiede bei der erzielbaren Sharpe-Ratio innerhalb der Branche werden durch den Einfluss des Brokers auf die Renditekomponente (R̄p) der Formel bestimmt, insbesondere durch die Transaktionskosten.

So überprüfen Sie die Sharpe-Ratio auf Ihrer Handelsplattform

Die Sharpe-Ratio ist eine Kennzahl zur historischen Wertentwicklung und kein Echtzeitindikator; sie wird nach Abschluss der Transaktion mithilfe einer Software zur Wertentwicklungsanalyse berechnet.

  1. Entwicklung des Exporthandels: Klicken Sie in MT4/MT5 mit der rechten Maustaste auf die Registerkarte „Kontostand“ und wählen Sie „Als detaillierten Bericht speichern“.
  2. Leistungsdaten ermitteln: Öffnen Sie die generierte HTML-Datei und suchen Sie nach dem Abschnitt „Bericht“ oder „Statistik“.
  3. Ermitteln Sie die erforderlichen Eingaben: Ermitteln Sie die annualisierte Rendite in Prozent und die Standardabweichung der Renditen in Prozent.
  4. Ermittlung des risikofreien Zinssatzes: Ermitteln Sie separat einen zuverlässigen, aktuellen risikofreien Zinssatz, wie beispielsweise die Rendite der 3-monatigen US-Schatzwechsel (z. B. 4,5 %).
  5. Berechnen Sie das Verhältnis: Berechnen Sie das Verhältnis manuell anhand der folgenden Formel: (Rendite – risikofreier Zinssatz) / Standardabweichung.
  6. Verwendung eines Analyseprogramms eines Drittanbieters: Alternativ können Sie die Datei mit dem Handelsverlauf in einen speziellen Online-Portfolioanalysator (z. B. Myfxbook oder firmeneigene Risikotools) hochladen, der die Sharpe-Ratio automatisch berechnet.

Plausibilitätsprüfung: Liegt die Gesamtrendite unter der Volatilität (Standardabweichung), so liegt die sich daraus ergebende Sharpe-Ratio unter 1,0, was ein Anzeichen für eine schlechte risikobereinigte Wertentwicklung ist.

Zugehörige Tools

Nutzen Sie diese Rechner, um das Gelernte anzuwenden:

Kein Kleingedrucktes. Bessere Handelsbedingungen.

Auf Transparenz aufgebaut. Niedrigste Gesamt-Handelskosten.
Leistung, die sich messen lässt. Gewinne, an denen Sie teilhaben.

Profitieren Sie von hoher Liquidität, transparenter Preisgestaltung und provisionsfreien Transaktionen.