CFDs sind komplexe Finanzinstrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Anleger sollten vor einer Investition prüfen, ob sie die Funktionsweise von CFDs verstehen. Verluste können die Einlagen übersteigen.
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Slippage

Was versteht man unter „Slippage“ im Devisen- und CFD-Handel?

Als „Slippage“ bezeichnet man die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem ein Händler versucht, einen Auftrag ausführen, den angeforderten Kurs und den Kurs, zu dem der Auftrag tatsächlich ausgeführt wird – den Ausführungskurs. Dies tritt am häufigsten in Phasen extremer Volatilität auf, beispielsweise bei der Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten oder bei geringer Marktliquidität. Slippage ist für konkrete Handelsentscheidungen von Bedeutung, da sie sich direkt auf die endgültigen Kosten oder den Gewinn des Handels auswirkt und dazu führen kann, dass Stop-Loss-Aufträge zu ungünstigeren Kursen als beabsichtigt ausgeführt werden oder Limit-Aufträge zu günstigeren Kursen erfüllt werden. Ein Händler kann die Slippage überprüfen und messen, indem er den im Auftragsticket vermerkten gewünschten Kurs mit dem in der Handelshistorie angezeigten endgültigen Ausführungskurs vergleicht und dabei die Differenz in Pips feststellt.

Wichtige Fakten zum Thema Slippage

  • Definition: Die Slippage berechnet sich wie folgt: Slippage = Gewünschter Kurs – Ausführungskurs.
  • Auftreten: Dies tritt vor allem bei Markt- und Stop-Orders auf, wenn das gewünschte Kursniveau zum Zeitpunkt des Eingangs der Order beim Liquiditätsanbieter des Brokers im Orderbuch nicht mehr verfügbar ist.
  • Anleitung: Ein Schlupf kann negativ (ein schlechterer Preis für den Händler) oder positiv (besserer Kurs für den Händler), abhängig von der Richtung und Geschwindigkeit der Kursbewegung.
  • Maßeinheiten: Der Slippage wird in Pips oder in der Währungseinheit des Finanzinstruments gemessen und quantifiziert die Abweichung bei den Ausführungskosten.
  • Ursache: Die grundlegende Ursache für Slippage ist die zeitliche Verzögerung zwischen der Erteilung, der Übermittlung und der Ausführung eines Auftrags, wodurch sich der Marktpreis rasch verändern kann.
  • Risikomanagement: Das Slippage-Risiko ist beim Handel im Zusammenhang mit Nachrichtenereignissen von großer Tragweite am höchsten, weshalb Händler die Einstellungen zur Preistoleranz oder alternative Ordertypen in Betracht ziehen müssen.

So funktioniert Slippage beim Devisen- und CFD-Handel

Slippage entsteht als mechanische Folge von Latenz und unzureichender Markttiefe, was dazu führt, dass der Broker den Auftrag zum nächstverfügbaren Kurs ausführt, wenn der gewünschte Kurs nicht erreicht wird.

Der Prozess umfasst die folgenden aufeinanderfolgenden Schritte:

  1. Auftragserteilung: Ein Händler klickt, um einen Marktauftrag zu einem Kurs Pr auszuführen, oder ein Stop-Auftrag wird bei Pr ausgelöst.
  2. Übertragungsverzögerung (Latenz): Das Ordersignal wird von der Handelsplattform des Händlers an den Broker und anschließend an die Liquiditätsanbieter (LPs) weitergeleitet.
  3. Marktentwicklung: Während dieses Übertragungszeitraums führt eine hohe Volatilität oder geringe Liquidität dazu, dass sich der beste verfügbare Preis beim Liquiditätsanbieter von Pr auf einen neuen Preis, Pf, verschiebt.
  4. Ausführung: Der Broker führt den Auftrag zum bestmöglichen verfügbaren Kurs (Pf) aus, der dem Ausführungskurs entspricht, da das Volumen zum gewünschten Kurs (Pr) bereits ausgeschöpft wurde oder der Kurs zurückgezogen wurde.
  5. Daraus resultierender Schlupf: Die Differenz Pr – Pf wird als Schlupf erfasst.

Beispiel für Slippage anhand eines realen Handelsgeschäfts

Dieses Beispiel veranschaulicht, wie sich ein negativer Slippage auf die Ausführung einer Stop-Loss-Order für EUR/USD auswirkt.

Finanzinstrument: EUR/USD (Long-Position)
Positionsgröße: 1 Standardlot (100.000 Einheiten)
Pip-Wert: 10 $/Pip

Handelsparameter:

Einstiegskurs (Kauf): 1,10000
Gewünschter Stop-Loss-Kurs: 1,09900 (Risiko: 10,0 Pips)

Ausführungsszenario (Flash Crash):

Der Marktkurs durchläuft rasch die Marke von 1,09900.
Ausgeführter Stop-Loss-Kurs: 1,09875
Differenz (negativer Slippage): 1,09900 – 1,09875 = 0,00025 bzw. 2,5 Pips

Auswirkungsberechnung:

Geplanter Verlust: 10,0 Pips × 10 $ = 100,00 $
Tatsächlicher Verlust: 12,5 Pips × 10 $ = 125,00 $

Ergebnis: Der Slippage führte zu einem zusätzlichen, ungeplanten Verlust in Höhe von 25,00 $ bei diesem Handel.

Wie sich Slippage auf Ihre Kosten und Ihr Risiko auswirkt

Slippage stellt einen unvorhersehbaren Kostenfaktor dar, der die Ausführungsgebühren erhöhen und das Risiko einer Überschreitung vordefinierter Risikoparameter vergrößern kann. Um ein umfassenderes Verständnis verschiedener Finanzkonzepte zu erlangen, sehen Sie sich unseren umfassenden Devisen-Glossar.

Abweichung im Vergleich zu verwandten Konzepten

Slippage vs. Spread

Slippage ist eine unvorhersehbare Differenz zwischen dem angeforderten und dem ausgeführten Kurs, die aufgrund schneller Kursschwankungen oder unzureichender Markttiefe auftritt, während die Spread ist ein vordefinierter, sichtbarer Aufschlag (Geld-Brief-Spanne), der bei allen ausgeführten Geschäften zum Tragen kommt.

Slippage vs. Requotes

Ein Slippage führt dazu, dass die Order zu einem ungünstigeren (oder günstigeren) Kurs ausgeführt wird, ohne dass der Händler weiter eingreifen muss; dies ist typisch für No-Dealing-Desk-Broker. Ein Requote hingegen ist eine Aufforderung des Brokers (in der Regel eines Market Makers) an den Händler, die Ausführung zu einem neuen Kurs erneut zu bestätigen, was in der Regel zu verzögerten oder nicht ausgeführten Orders führt.

Branchenweite Unterschiede bei der Slippage zwischen den Brokern

Das Auftreten und die Art von Slippage werden stark von der Ausführungsmethode des Brokers und der Art und Weise, wie dieser sich Liquidität beschafft, beeinflusst.

So überprüfen Sie das Slippage auf Ihrer Handelsplattform

Um das Auftreten und das Ausmaß von Slippage mithilfe von MetaTrader 4 (MT4) automatisch zu überprüfen, befolgen Sie bitte die folgenden Schritte:

  1. „One-Click-Trading“ (MT4) deaktivieren: Öffnen Sie die MT4-Plattform und stellen Sie sicher, dass „One-Click-Trading“ deaktiviert ist, um die Anzeige eines Bestätigungsfensters zu erzwingen.
  2. Aktuellen Kurs notieren: Öffnen Sie ein neues Orderfenster für ein wichtiges Währungspaar und notieren Sie sich den dort angezeigten aktuellen Geld-/Briefkurs.
  3. Platzieren Sie eine Marktorder in Zeiten hoher Volatilität: Geben Sie eine Marktorder (Kauf oder Verkauf) in Momenten hoher Volatilität auf, beispielsweise zum Zeitpunkt wichtiger Nachrichtenveröffentlichungen.
  4. Kontoverlauf anzeigen: Nachdem die Order ausgeführt wurde, wechseln Sie zum Terminal-Fenster und wählen Sie die Registerkarte „Kontoverlauf“ aus.
  5. Auftragsdetails anzeigen: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Spalten und wählen Sie „Kommentar“ aus, um die Auftragsdetails anzuzeigen, die häufig den angeforderten und den ausgeführten Kurs enthalten.
  6. Preise vergleichen: Vergleichen Sie den Preis, den Sie beim Klicken auf „Kaufen/Verkaufen“ gesehen haben, mit dem Preis, der in der Zeile der ausgeführten Transaktion im Verlauf angezeigt wird.
  7. Differenz berechnen: Berechnen Sie die Differenz in Pips: Ausgeführter Kurs – Gewünschter Kurs.
  8. Plausibilitätsprüfung: Wenn der Handel während eines Kurssprungs ausgeführt wurde, sollte der Kurs in der Historie von dem Kurs abweichen, den Sie auf dem Ticket gesehen haben, was die genaue Höhe des entstandenen Slippage anzeigt.

Zugehörige Tools

Nutzen Sie diese Rechner, um das Gelernte anzuwenden:

Kein Kleingedrucktes. Bessere Handelsbedingungen.

Auf Transparenz aufgebaut. Niedrigste Gesamt-Handelskosten.
Leistung, die sich messen lässt. Gewinne, an denen Sie teilhaben.

Profitieren Sie von hoher Liquidität, transparenter Preisgestaltung und provisionsfreien Transaktionen.